1921
Die Kleider werden zumehmend schlicht und streng. Gerade Schnitte werden höchstens mit weichen Schärpen leicht tailliert. Die
Säume reichen bis zu den Waden und höchstens ein kleiner Schlitz oder ein Schalkragen lockert ein wenig den strengen Eindruck,
der durch den verbreiteten Bubikopf oder Nackenknoten noch verstärkt wird.
Unnahbare Strenge bestimmt den aktuellen Look in der Frauenmode, während die Kleidung der Herren durch hohe Taille und lange
Schöße einen Hauch weiblicher wurde. Bei den Stoffen setzen sich immer mehr Kunstfasern durch. Transparenter Chiffon wird zu
schimmernden Taft kombiniert. Doch die Inflation macht sich bemerkbar - es gibt zwar neue Stoffe, die sind aber oft von minderer
Qualität. Und die Uniformen verschwinden aus dem Straßenbild, da Friedrich Ebert ein Verbot, Uniformen in der Öffentlichkeit zu
tragen, erlässt.
Politisch scheint dieses Jahr ruhig zu sein. Hitler wird zum Vorsitzenden der NSDAP gewählt und setzt immer stärker seine
Ansichten durch. Die Inflation nimmt Fahrt auf und weltweit gewinnen Populisten an Einfluß. Einstein bekommt einen Nobel-Preis,
in Ludwigshafen sterben 500 Menschen bei einer Explosion im BASF-Stickstoffwerk und im Dezember bebt in Gansu in
China die Erde mit einer Stärke von 8,6 und fordert rund 200.000 Leben.
Die Jahresmedaille der B. H. Mayer's Hof-Kunstprägeanstalt Pforzheim
1922
Material: Metall, bronziert; Maße: 45,0 x 60,3 mm; Dicke: 3,5 mm; Gewicht: 39,3 gr.
Diese Medaille ist hochkant oval. Sie ist mit einer Reihe erhabener Punkte und einer feinen Linie umrandet. Das untere Viertel ist
mit einer dünnen Linie abgesetzt und trägt die Aufschrift "B.H.MAYERS HOF-KUNST-PRÄGE-ANSTALT PFORZHEIM".
Darüber ist ein nackter, muskulöser Mann von der linken Seite dargestellt. Sein rechtes Knie berührt den Boden und sein Oberkörper
liegt auf dem linken Schenkel. Seine Arme sind nach hinten gestreckt und halten eine Last auf dem Rücken, auf der die Jehreszahl
1922 graviert ist. Sein Blick ist zu Boden gerichtet und er hat kurzes, lockiges Haar. Vor seinem linken Schienbein ist ein von
Strahlen umgebenes Auge in einer Pyramide dargestellt.