vorherige Medaille: 1920 nächste Medaille: 1922

1920
Es gibt wieder Schuhe. Doch davon abgesehen tragen die Männer immernoch umgearbeitete Uniformen. Die Taillen sitzen hoch und die Schultern sind betont breit, auch, wenn der Mangel an den Körpern der Menschen deutlich sichtbar ist.
Der Bubikopf, der vor wenigen Jahren durch Gabrielle "Coco" Chanel in Frankreich salonfähig gemacht wurde, taucht dank Asta Nielsen auch immer öfter auf Deutschlands Straßen auf. Die Röcke sind oft gewagt kurz, also sie enden zwischen Knie und Wade. Die Hüften werden durch Tunnelfalten und aufgesetzte Taschen extrem betont. Tagsüber bevorzugen die Frauen schlicht-elegante Mantelkleider, doch abends wird alles getan, um Mangel und Trauer zu verdrängen. Die Kleider sind bunt und glitzern. Lange Perlenketten, große Federn und Brokat sind die Regel.
Gesellschaftspolitisch ist aber noch längst kein Frieden eingetreten. Die Versailler Verträge werden nicht gut angenommen. Insbesondere werden die hohen Reparationen als ungerecht empfunden und die Soldaten sind sind zum Teil nicht bereit, ihre Waffen abzugeben. In München wird die NSDAP gegründet, in Berlin putscht Generallandschaftsdirektor Wolfgang Kapp und vertreibt die Regierung aus der Stadt und die Reichswehr marschiert ins Ruhrgebiet ein, um den kommunistischen Aufstand niederzuschlagen, der als Reaktion auf den Kapp-Putsch ausgebrochen war. Bei den Reichstagswahlen erstarken die rechten Kräfte.
In Antwerpen finden die Olympischen Spiele - ohne Deutschland - statt, die Republik Österreich wird offiziell gegründet und der polnisch-sowjetische Krieg endet - daß in China 200.000 Menschen in einem Erdbeben sterben, wird in Europa kaum zur Kenntnis genommen.

Die Jahresmedaille der B. H. Mayer's Hof-Kunstprägeanstalt Pforzheim

1921

Jahresmedaille des Jahres 1921 der B. H. Mayer's Hof-Kunstprägeanstalt Pforzheim Material: Metall, Maße: 49,5 x 41,2 mm, Dicke: 3,6 mm, Gewicht: 32,5 gr.
Auf einer rechteckigen Basis mit abgeschrägten Ecken ist ein nach links gerichteter Zentaur mit einem Füllhorn dargestellt. Das Füllhorn ist ebenso lang, wie der Zentaur, dessen muskulöser Oberkörper sich vom Betrachter abwendet, weil der rechte Arm den hinteren Teil des Füllhorns hält. Durch die Körperdrehung wird das Gesicht des Zentauren halb verdeckt und sein halblanges Haar weht. Die Vorderhufe des Pferdekörpers schlagen durch die Luft und aus dem Füllhorn fallen Früchte, darunter steht die Jahreszahl 1921.
Entlang der Kante, abgesetzt durch eine enge Reihe Pünktchen, steht der Text "AUFRICHTIGEN GLÜCKWUNSCH ZUM NEUEN JAHR" und an der unteren Kante "B.H.MAYERs HOF-KUNST-PRÄGE-ANSTALT PFORZHEIM"

vorherige Medaille: 1920 nächste Medaille: 1922