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1918
Es wird das letzte Kriegsjahr sein, doch noch bis in den Herbst toben überall in Europa Schlachten. Mitte Oktober verlässt Kaiser Wilhelm II. Deutschland, aber die Siegesphantasien enden nicht - zumindest nicht in den Führungsetagen des Landes. Den Soldaten reicht es und darum löst der Befehl, gegen die Royal Navy noch eine Entscheidungsschlacht zu schlagen, den Kieler Matrosenaufstand und damit die Novemberrevolution aus. Das deutsche Kaiserreich und Österreich-Ungarn zerbrechen und der Krieg endet mit 1,7 Millionen Toten.
Doch auch abseits des Krieges fordert dieses Jahr Opfer: in China tötet ein Erdbeben rund 10.000 Menschen, in Japan sinkt ein Linienschiff und reißt 500 Menschen in die Tiefe, in Jekaterinburg wird die Zarenfamilie erschossen und noch ehe der Krieg endet, bricht die Spanische Grippe aus, die bis zu ihrem Ende 1920 geschätzt 50 Millionen Menschen das Leben kostet.
Nur wenige interessieren sich noch für Mode - die meisten tragen einfach das, was sie haben

1919
In der ersten Hälfte des Jahres ist das Bild auf den Straßen von schlichten Kittelkleidern bestimmt. Korsagen kommen nicht mehr vor und die Säume reichen bis zu den Waden. Neben dem alles dominierendem Schwarz gab es noch dunkle Grau-, Blau- und Lilatöne. In der Mitte des Jahres setzt sich langsam das Bewußtsein durch, daß tatsächlich Frieden herrscht und an den Kleidern tauchen Volants und an den Tuniken Stickereien. Tütentaschen und Raffungen lockern das Gesamtbild und auch die Männer, die selten unversehrt heimkommen, Tragen Anzüge, die aus soweit irgend möglich veränderten Uniformen bestehen.
Politisch herrscht eine Mischung aus Aufbruchstimmung und Furcht vor dem Neuen. Alle wollen Frieden, aber nicht jeder will Demokratie und so entstehen Räterepubliken und Freistaaten und werden ebenso schnell wieder gewaltsam beseitigt. Die frisch gegründete Nationalversammlung in Weimar stimmt den Bedingungen des Friedensvertrages von Versailles zu, auch, wenn selbst der britische Delegierte wegen der Höhe der Reparationsforderungen zurücktritt.
...und B.H. Mayer's Hof-Kunstprägeanstalt prägt wieder eine Medaille zur Jahreswende...

Die Jahresmedaille der B. H. Mayer's Hof-Kunstprägeanstalt Pforzheim

1920

Jahresmedaille des Jahres 1920 der B. H. Mayer's Hof-Kunstprägeanstalt Pforzheim Hersteller: B.H. Mayer Hof-Kunstprägeanstalt, Pforzheim
Material: Metall, Maße: 36,4 x 51,0 mm, Dicke: 3,7 mm, Gewicht: 33,6 gr.
Auf einer rechteckigen Platte mit abgerundeten Ecken ist die Figur eines stehenden Jungen im Halbprofil dargestellt. Sein Haar wird mit einem Band um den Kopf gebändigt und bekleidet ist er nur mit einem sorgfältig drapierten langen Tuch. In seiner rechten Hand hält er eine Schaufel aufrecht und in der linken einen Eichensetzling, bereit, eingepflanzt zu werden. Im unteren Bereich sind im Hintergrund eine Biene und ein kleines Füllhorn zu erkennen. Auf Höhe seiner Füße steht die Jahreszahl 1920. Seitlich und an der Oberkante wird die Abbildung von dem Schriftzug "B.H. Mayer's Hof-Kunstprägeanstalt Pforzheim" umrahmt und an der unteren Kante steht auf zwei Zeilen "Glück auf zum neuen Jahr"

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